Strom aus erneuerbaren Energien


Definition: Was ist erneuerbarer Strom?

Als erneuerbare oder regenerative Energien bezeichnet man Energieträger, die entweder unendlich zur Verfügung stehen oder aber innerhalb (vergleichsweise) kurzer Zeit wieder nachwachsen können.

Damit stehen diese Energiequellen im Gegensatz zu fossilen Energieträgern wie Erdöl, Erdgas und Kohle. Zu den regenerativen Energieträgern gehören neben Wasser-, Solar- und Windenergie auch Biomasse sowie Geothermie. 1

Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch

Wie viel Strom kommt aus erneuerbaren Energien? Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien an der allgemeinen Stromversorgung steigt kontinuierlich an. So betrug er im Jahr 2000 noch etwa 6 Prozent, 2020 waren es schon rund 45 Prozent.

Zielmarke für das Jahr 2020 waren 35 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien, womit die Prognosen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) deutlich übertroffen wurden. 2 Zudem übertraf der Anteil des aus den erneuerbaren Energien stammenden Stroms 2020 erstmals den Stromanteil aus den fossilen Energieträgern temporär. Überdurchschnittliche Sonneneinstrahlung als auch gute Windverhältnisse sorgten für erhöhte Stromerzeugung durch Wind- und Photovoltaikanlagen. 3

Welche Möglichkeiten zum Speichern von erneuerbarem Strom gibt es?

Für die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien stehen mehrere Speichertechnologien zur Verfügung. Man unterscheidet zwischen folgenden Speichertypen:

Batteriespeicher
Bei Batterien handelt es sich um elektrochemische Speicher. Während bislang vor allem Blei-Säure-Batterien verwendet wurden, kommen inzwischen häufiger Lithium-Ionen-Batterien zum Einsatz. Ihr Vorteil: Sie verfügen über einen sehr hohen Wirkungsgrad von etwa 85 Prozent. Für großtechnische Anwendungszwecke für Strom aus erneuerbaren Energien sind Batterien allerdings relativ teuer.

Pumpspeicher
Pumpspeicher gelten als die derzeit einzigen Energiespeicher, die in nennenswertem Umfang genutzt werden können. In Pumpspeicherkraftwerken pumpt man die Energie in ein höher gelegenes Becken, wo sie gespeichert wird. Erst durch das Anschließen eines Generators und das Abfließen über eine Turbine wird sie wieder freigesetzt.

Druckluftspeicher
Bei dieser Technik kommt das Verfahren der Kompression zum Einsatz: Mit überschüssigem Strom presst man Luft in unterirdische Gaskavernen. Bei Bedarf wird die Druckluft durch eine Turbine abgelassen und erzeugt dabei Strom.

Power-to-Gas
In Power-to-Gas-Anlagen wandelt sich Wasser durch den Einsatz von Strom in Wasserstoff und, wenn gewünscht, in Methan um. Der Vorteil: Der Wasserstoff kann zum Teil (und das Methan ohne Einschränkung) in das existierende Erdgasnetz eingespeist und gespeichert werden. Einmal eingespeist, können die Gase rückverstromt oder für andere Zwecke genutzt werden. Diese Technologie ist zurzeit noch sehr teuer. 4

Power-to-Gas wird aber bereits in der Brennstoffzellen-Technologie, beispielsweise für Wasserstoff-Brennstoffzelle und Direktmethanol-Brennstoffzellen eingesetzt. 5

Was sind die Vorteile von erneuerbarem Strom?

Strom aus erneuerbaren Energien hat zahlreiche Vorteile. Der Wichtigste jedoch ist, dass durch Strom aus erneuerbaren Energien Treibhausgase reduziert und der Klimawandel verlangsamt werden können.

Der Grund dafür ist, dass Strom aus erneuerbaren Energien im Unterschied zu Öl, Kohle und Erdgas kaum Emissionen verursacht. Darüber hinaus sind Energiequellen wie Sonne und Wind anders als die fossilen Brennstoffe unbegrenzt verfügbar.

Wenn Energie aus erneuerbaren Quellen lokal erzeugt und genutzt wird, lassen sich die Kosten für weite Transporte einsparen. Ein weiterer Vorteil der lokalen Produktion ist die Stärkung der regionalen Wirtschaftskraft.

Strom aus erneuerbaren Energien sichert zudem die Stromversorgung innerhalb eines Landes und macht es unabhängiger von Ländern, die über viele fossile Brennstoffe verfügen. Hinzu kommt, dass die Gefahren, die zum Beispiel von Kernkraftwerken ausgehen, mit einem größeren Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien sinken.5

Ausblick: Wie sieht die Zukunft für erneuerbaren Strom aus?

Die Prognose für Strom aus erneuerbaren Energien ist gut, der Anteil am Stromverbrauch steigt immer weiter an. Ein wichtiges Thema für die Energieversorgung in Deutschland werden in Zukunft nach wie vor die Möglichkeiten der Energiespeicherung sein. Denn die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien ist notwendig, heute aber meist noch zu teuer oder technisch nicht ausgereift. Damit es in diesem Bereich zu Kostensenkungen kommen kann, wird zukünftig noch viel Forschung und Entwicklung nötig sein. 4

Was sollte man noch über erneuerbaren Strom wissen?

Neben den Bereichen Strom und Wärme spielen die erneuerbaren Energien auch im Verkehrssektor eine immer wichtigere Rolle. So wird durch die zunehmende Elektromobilität immer häufiger Strom aus erneuerbaren Energien im Verkehr eingesetzt.

Immer mehr deutsche und ausländische Hersteller bringen elektrische Fahrzeugmodelle auf den Markt. Damit diese umweltfreundlich fahren können, benötigt man Strom aus erneuerbaren Energien und der entsprechenden Speichertechnologie. Zu den Bereichen, in denen es noch verschiedener Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten bedarf, gehören außerdem die Antriebstechnik und die Batterieforschung, die Bereiche „vernetzte Autos“ und Digitalisierung sowie die smarte Stromabrechnung an Ladesäulen. 6

Fazit

Strom aus erneuerbaren Energien ist in Deutschland auf dem Vormarsch – das beweist alleine ein Blick auf den Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch. Fast die Hälfte unseres Stroms stammt demnach aus regenerativen Quellen. Das stellt nicht nur einen Vorteil in Sachen Umweltschutz dar, sondern macht Deutschland zudem politisch und wirtschaftlich unabhängiger von Staaten wie Russland oder Norwegen.