Eine Netzersatzanlage NEA versorgt diverse industrielle und öffentliche Anwendungen mit Strom, wenn das Stromnetz schwächelt. Neben herkömmlichen Diesel- und Gasanlagen gibt es heute auch umweltfreundliche Alternativen mit Brennstoffzellen.
Netzersatzanlagen - auch Allgemeine Ersatzstromversorgung (AEV) genannt - sollen im Fall eines Stromausfalls die Stromversorgung von Unternehmen und deren wichtigsten Stromverbraucher gewährleisten. Hauptsächlich versorgen die Anlagen also Server, IT-Systeme, Telekommunikations- und Produktionsanlagen mit Strom. Auf diese Weise sichern sich Unternehmen gegen Datenverluste ab und bleiben trotz Stromausfälle geschäftsfähig. In der Regel werden NEAs gemeinsam mit USV-Anlagen (Unterbrechungsfreie Stromversorgung) eingesetzt.[1]
Die Anlagen bestehen aus einem Notstromaggregat mit Notstromautomatik sowie meist einer USV-Batterie-Anlage. Mit letzterer können sie den kurzen Zeitraum bis zum Start des Stromaggregats überbrücken. Netzersatz- und USV-Anlagen werden im Gebäude, in besonderen Gehäusen oder aber draußen in einem Netzersatzanlage Container gelagert.[1]
Während Notstromaggregate flexibler sind und sich daher für temporäre Einsätze und den Transport eignen, sind NEAs überwiegend fest installiert und eignen sich daher für eine langfristige Stromversorgung.
Die Anlagen sind dort von Nutzen, wo der Strom auch bei einem regionalen Ausfall der Stromversorgung unbedingt aufrechterhalten werden muss. Dies gilt etwa für Kernkraftwerke, industrielle Anwendungen, Rechenzentren oder Krankenhäuser. Außerdem gibt es auch Netzersatzanlagen für Feuerwehr, THW und andere Einsatzkräfte.[3]
Wann ist eine Netzersatzanlage sinnvoll? Offensichtliche Vorteile, die die Anlagen Unternehmen bieten, sind das Überbrücken plötzlicher Stromausfälle und der Aufbau kurzfristig verfügbarer Versorgungsnetze. Die Anschaffung einer Netzersatzanlage ist dann sinnvoll, wenn durch einen Stromausfall Geräte ausfallen würden, die nicht zu ersetzen und absolut notwendig sind. Auch bei geplanten Arbeiten am öffentlichen Stromnetz - etwa Wartungsarbeiten oder Modernisierungen - bieten NEAs eine temporäre Lösung zur Überbrückung.[4]]
Je nach Energiebedarf und Anwendungsbereich bieten sich verschiedene NEA Typen an[5]:
Wie lange eine NEA Strom liefert, hängt von ihrer Leistungsklasse ab. Verfügbar sind Stromerzeugungsanlagen, die den gesetzlichen Anforderungen der EU für Stromgeneratoren (Netzersatzanlage Vorschriften) entsprechen. Hierfür wurden Leistungsklassen definiert, die sich an der Spannung am Netzanschlusspunkt und der Maximalkapazität orientieren.[6]
Bei größeren Anlagen für die Industrie oder ähnlichen Einsatzzwecken übernimmt der Anbieter die Installation der Anlage, baut die Technik auf und übernimmt den fachgerechten Anschluss.[7]
NEAs sind wenigstens einmal im Jahr zu warten, damit sie im Ernstfall garantiert funktionstüchtig sind. Die Wartungsarbeiten werden in der Regel vom Hersteller durchgeführt, auch die Bedienungsanleitung enthält aber die wichtigsten Hinweise. So sollten z.B. bei verbrennergestützten Modellen regelmäßig das Motoröl gewechselt und die Zündkerzen kontrolliert werden.[8]
Da viele verschiedene Faktoren eine Rolle für die Kosten einer NEA spielen, lassen sie sich pauschal nur schwer beurteilen. Den größten Einfluss auf den Preis hat die Leistungsklasse. Ausschlaggebend sind aber auch die gebuchten Serviceleistungen und das gewünschte Zubehör. Interessierte Unternehmen sollten sich daher ein individuelles Angebot zu Hardware und Service einholen, dieses anschließend gründlich prüfen und eventuell auch vergleichen.[7]
Kritische öffentliche Infrastrukturen wie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen können Fördermittel für die Ausstattung mit einer Notstromversorgung beantragen. Immer wieder gab es in der Vergangenheit auch Förderungen für Unternehmen der Energiewirtschaft, beispielsweise die Wasserwirtschaft, für die Beschaffung einer Netzersatzanlage.[9]
Inzwischen gibt es auch NEAs mit Brennstoffzellentechnologie. Diese haben große Umweltvorteile gegenüber Diesel- oder Gasgeneratoren, da sie viel weniger Schadstoffe freisetzen.
NEAs kommen vor allem in industriellen Anwendungen wie großen Industriebetrieben und Produktionsanlagen, Krankenhäusern und medizinischen Einrichtungen, Rechenzentren, Energieversorgungsunternehmen und kritischen Versorgungsnetzen zum Einsatz. Welche NEA geeignet ist, hängt vom jeweiligen Einsatzzweck, dem Ort der Aufstellung und der Anzahl der zu versorgenden Geräte ab.
Quellen
[1]https://it-service.network/it-lexikon/netzersatzanlage/
[2]https://www.rechenzentren.org/allgemein/der-unterschied-zwischen-notstromaggregat-und-netzersatzanlage/#:~:text=Notstromaggregate%20sind%20flexibel%20und%20f%C3%BCr,Anforderungen
%20und%20dem%20Einsatzbereich%20ab.
[3]https://de.wikipedia.org/wiki/Ersatzstromversorgungsanlage
[4]https://www.ib-kuf.de/anlagensysteme/440-starkstromanlagen/442-eigenversorgungsanlagen/netzersatzanlagen/
[5]https://www.thiele-kg.de/nea-netzersatzanlagen.html
[6]https://www.vde.com/de/fnn/themen/tar/europaeische-network-codes/leistungsklassen
[7]https://www.deutsche-thermo.de/wiki/netzersatzanlage/#htoc-netzersatzaggregate-preise-sind-individuell-zu-bestimmen
[8]https://www.mvv.de/strom/ratgeber/notstromaggregat-sinnvoll-oder-nicht#:~:text=Notstromaggregate%20sind%20immer%20dann%20sinnvoll,und%20
Beatmungsger%C3%A4te%2C%20Pflegebetten%20und%20vergleichbares.
[9]https://www.solidaris.de/aktuelles/foerderung-des-aufbaus-von-notstromversorgung-pflegeeinrichtungen-nrw