Wasserstoffantrieb in Elektrofahrzeugen
Wasserstoff als Antrieb für sogenannte Brennstoffzellen-Autos besitzt einige spannende Eigenschaften. Im Grunde handelt es sich bei Wasserstoff-Autos um Elektrofahrzeuge, mit dem Unterschied, dass im Auto eine Wasserstoff-Brennstoffzelle samt Wasserstofftank verbaut ist. Die integrierte Brennstoffzelle erzeugt während der Fahrt den Strom für den Antrieb des Fahrzeugs. Wasserstoffantrieb werden heute sowohl in PKWs, Bussen, Schienenfahrzeugen und E-Bikes verwendet.[4]
Der Wasserstoffantrieb und seine Funktion
Wasserstoff ist das am häufigsten vorkommende chemische Element. Auf der Erde allerdings tritt Wasserstoff meist nicht in Gasform, sondern in Verbindung mit Sauerstoff - also als Wasser - in Erscheinung. Um gasförmigen Wasserstoff zu nutzen, muss er zunächst, unter Zuhilfenahme von Strom, abgespalten werden. Dieses Verfahren nennt sich Elektrolyse, wird aber auch als "Power to Gas" bezeichnet. Übrigens: Damit bei der Herstellung von Wasserstoff keine klimaschädlichen Gase entstehen, sollte der verwendete Strom aus erneuerbaren Quellen stammen. Schließlich kann sich nur Wasserstoff, der mit ökologisch produziertem Strom hergestellt wurde, klimafreundlich nennen.[4]
In der im Fahrzeug verbauten Direktmethanol-Brennstoffzellen wird durch die Umkehrung der Elektrolyse aus Wasserstoff elektrischer Strom gewonnen. Der Wasserstoff und der Sauerstoff aus der Luft reagieren zu Wasser, wodurch Wärme und elektrische Energie entstehen. Dabei dient eine Batterie als Zwischenspeicher, um Lastspitzen (beispielsweise beim Beschleunigen) abzudecken. Zudem speichert sie die Bewegungsenergie beim Bremsen.[5]
Der Speicher eines Brennstoffzellen-Fahrzeugs ist grundsätzlich anders aufgebaut als der von PKWs mit herkömmlichen Antrieben. Der Grund ist, dass Wasserstoff entweder gasförmig unter hohem Druck oder flüssig bei minus 253 Grad Celsius gespeichert wird. Weil Wasserstoff daher eine sehr hohe Energiedichte erreicht, braucht es speziell isolierte Tanks für seine Speicherung.
Das Prinzip vom
Wasserstoffantrieb: Vorteile und Nachteile
Die Verbrennung von Wasserstoff hinterlässt praktisch keine Abgase, was ihn zur umweltfreundlichen Alternative zu Öl, Kohle und Erdgas macht. Betrachtet man also die Probleme von Benzin- und Dieselantrieben hinsichtlich Schadstoffproduktion und Energieverbrauch, bergen Wasserstoff-Fahrzeuge einen deutlichen Vorteil. Ein weiterer Vorteil ist die vergleichsweise große Reichweite von Wasserstoff-Autos. 500 bis 600 Kilometer beträgt diese für nur eine Tankfüllung. Ein herkömmliches Elektrofahrzeug dagegen schafft nur etwa 200 bis 300 Kilometer. Zusätzlich beansprucht der Ladevorgang bei Fahrzeugen mit Wasserstoffantrieb nur rund fünf Minuten - und damit nur etwa ein Viertel der Zeit, die ein batteriebetriebenes Elektrofahrzeug benötigt.[4]
Auch im Vergleich mit Benzin- und Dieselantrieben hat der Wasserstoffantrieb die Nase vorn: Während der Brennwert von einem Kilogramm Wasserstoff bei 33 Kilowattstunden liegt, sind es bei einem Liter Benzin oder Diesel nur etwa 10 Kilowattstunden. Hinzu kommt, dass Wasserstoff sich beliebig lange lagern lässt.
Nachteilig für Privatverbraucher ist die geringe Dichte an Wasserstofftankstellen in Deutschland: Während es hierzulande etwa 15.000 herkömmliche Tankstellen gibt, sind es bisher nur etwa 100 Wasserstofftankstellen. Der flächendeckende Ausbau der Infrastruktur ist natürlich wünschenswert, gleichzeitig aber auch sehr teuer - weshalb Investoren bislang davor zurückschrecken.
Betrachtet man die Energieeffizienz, zeigt sich ein weiterer Nachteil vom Wasserstoffantrieb gegenüber alternativen Antriebsarten. Das liegt daran, dass andere elektrisch betriebene Fahrzeuge sehr viel weniger Strom verbrauchen als es beim Umweg über Wasserstoff der Fall ist. Wasserstoffantriebe sind also insbesondere bei Anwendungen wie dem Schwerlastverkehr sinnvoll, für die die klassischen Batterien zu groß und zu schwer wären. Dazu zählen beispielsweise Busse und LKWs, aber auch der Zug-, Flug- und Schiffsverkehr.